Heute habe ich zum ersten mal eine Nichts-tun-Meditation durchgeführt. Im MBSR-Kurs (Mindfulness Based Stress Reduction, siehe Wikipedia), den ich Anfang dieses Jahr bei Suzan Wolf mitmachen konnte, hörte ich von Meditationen, bei denen nichts getan wird. Das interessierte mich und gestern besorgte ich mir Infos dazu.

Es gibt verschiedene Meditationen zum Nichts-tun, hier liste ich kurz zwei davon auf:

Ich las mich gestern ein bisschen in das Thema ein und baute mir - tatsächlich mit Hilfe einer sogenannten Künstlichen Intelligenz - eine kleine Anleitung für heute früh:

  1. Sitzen: nicht perfekt, einfach sitzen und mir sagen: "Ich mache jetzt nichts"
  2. Atemmeditation: ein paar Minuten auf den Atem achten, bei Störungen sich bewusst machen: "Auch das darf sein" und sanft zurück zum Atem
  3. Offenes Gewahrsein: einige Minuten alles wahrnehmen, was ist. Alles darf kommen, alles darf sein. Wie bei der Atemmeditation mache ich mir bei Störungen bewusst: "Auch das darf sein" und kehre zum offenen Gewahrsein zurück.
  4. Nichts-tun-Meditation: alles, was kommt und ist, darf sein. Ich erlaube allem, da zu sein. Alles was ich wahrnehme: "Auch das darf sein". Sollte ich unsicher sein, dann frage ich mich: "Tu ich etwas?". Folge ich also einem Gedanken, versuche etwas aktiv loszulassen, dann höre ich damit auf. Und tue nichts.
Blätter
Foto: Sina Möller

Für mich war wichtig im Vorfeld herauszufinden, was Nichts-tun ist. Wahrnehmen ist eine Reaktion und damit Nichts-tun. Etikettieren und automatisch ablaufende Verknüpfungen im Geist sind Nichts-tun. Wenn Du aber Gedanken folgst, sie versuchst aktiv wegzudrücken, loszulassen oder zurück zu einem Fokus zu kommen, dann tust Du etwas.

Es geht also darum, alles was kommt, da sein zu lassen. Sobald Du achtsam bist, also wahrnimmst, dass Du in Gedanken, Gefühlen oder Körperwahrnehmungen bist, kannst Du sie einfach so sein lassen, ziehen lassen, da sein lassen... aber Du tust nichts.

Es klingt komplizierter, als es war. Der fließende Übergang von der Atemmeditation über das offene Gewahrsein hin zur Nichts-tun-Meditation war angenehm und hilfreich. Und dann war ich, saß und ließ geschehen, was geschah.

Die vierzig Minuten waren sehr angenehm und geprägt von Wahrnehmungen und "Auch das darf sein".

Was mir anschließend auffiel: ich war sehr ruhig und entspannt und das "Auch das darf sein" hallte noch länger nach. Bei den nachfolgenden Tätigkeiten konnte ich mehrfach etwas so sein lassen, wie es ist, statt etwas zu ändern.

Eine sehr schöne Erfahrung.

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