Atempause - ein Text von einer Situation, in der ich den Moment wahrnahm. Einfach bewusst atmen, lesen und sein.

In der Hektik des Alltags erreiche ich die Haltestelle. Noch drei Minuten, bis der Bus kommt. Ich warte. Und werde mir bewusst, dass ich nicht weiß, wie ich hergekommen bin. Meine Füße haben meinen Körper getragen, meine Gedanken huschten von hier nach da und kreisten um die Zukunft und die Vergangenheit. Nur im Jetzt waren sie nicht.

Nun stehe ich hier und beginne, meine Füße zu spüren. Auf dem Boden. Ich gehe ein wenig in die Knie, stehe wie ein Baum und spüre den Druck meines Gewichts auf die Füße. Fühle den Boden.
Ein Windhauch fährt über meinen rechten Unterarm. Ich bemerke, wie sich die Härchen am Arm im Wind ein wenig neigen und kitzeln.
Ich verschiebe den Fokus zu den Ohren und lausche dem, was da ist. Das Rascheln der Blätter der Bäume im Wind, ein Auto fährt vorbei – ich höre den Motor, das leise blecherne Brummen vom Auspuff und das rauschende Schmatzen der Räder auf dem Asphalt.
Ein Mobiltelefon piept, ein Schuh, der über den Pflasterstein rutscht und ein kleines Steinchen bewegt. Es knirscht leise und kurz. Dann nichts. Ein kurzer Moment der Stille.

Dann kommt der Bus.

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