Kennst Du das auch? Es gibt Aufgaben, die nerven so richtig! Schon beim Gedanken daran, wieder diese blöde Aufgabe erledigen zu müssen, fühlst Du Dich unter Druck gesetzt...

Ich kenne das.

Und es gibt eine schöne Methode, die dabei helfen kann.

Frust

Oft ist es doch so: eigentlich ist die Aufgabe zwar nervig, aber sie ist nicht so schlimm, wie ich sie mir vorher immer ausmale. Außerdem wird sie oft erst so richtig frustrierend, weil ich meinen Fokus auf die unangenehmen Aspekte der Aufgabe lenke. Es kostet mich am Ende mehr Energie, die Aufgabe blöd und frustrierend zu finden, als sie durchzuführen.

Es ist also - zumindest zu einem Teil - die innere Einstellung, die den Frust so groß werden lässt.

Und da habe ich einen Ansatzpunkt: meinen Umgang mit der Aufgabe. Den kann ich ändern. Vielleicht kann ich ja noch mehr ändern?

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Foto: Sina Möller

Lust

Es gibt mehrere Dinge, die ich bei frustrierenden Aufgaben verändern kann:

  • den Umfang der Aufgaben - vielleicht kann ich diese auch ganz loswerden?
  • meinen Umgang damit
  • den Zeitpunkt der Durchführung
  • die Art und Weise, wie ich sie durchführe
  • vielleicht kann ich dabei Musik hören, einen Tee trinken oder eine Achtsamkeitsübung durchführen

Sicherlich gibt es noch mehr Möglichkeiten, Aufgaben zu verändern. Vielleicht passen nicht immer alle oder manche Aufgaben sind nicht änderbar, aber dann bleibt noch der eigene Umgang damit - den kann ich beeinflussen.

Es gilt also zu prüfen, was ich konkret ändern kann, damit die Aufgabe nicht mehr so frustrierend ist. Was ist notwendig, dass aus einer unangenehmen, doofen und nervenden Aufgabe eine neutrale oder - im besten Fall - angenehme oder schöne Aufgabe wird?

Dabei versuche ich offen zu sein und außerhalb der Grenzen zu denken. Und oft finde ich Möglichkeiten, die Aufgabe besser zu gestalten. Aus Frust wird Lust. Oder zumindest weniger Frust.

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Foto: Sina Möller

Arbeit

Und nun stelle Dir vor, Du schreibst Dir alle Aufgaben auf, die Dir zum Beispiel zu Deiner Arbeit einfallen. Dazu gehören alle Tätigkewiten, die Du regelmäßig machst, also auch Pausen, den Arbeitsweg oder den SmallTalk im Büro.

Nun bewertest Du die Aufgaben:

  • neutral / egal: diese Aufgaben sind weder unangenehm noch angenehm
  • angenehm / gut: diese Aufgaben sind schön und machen Dir so schon Spaß
  • unangeneh / doof: diese Aufgaben frustrieren Dich und kosten Dich viel Kraft

Anschließend kannst Du Dir Maßnahmen zu jeder Aufgabe überlegen:

  • neutral / egal: was fehlt, damit aus der Aufgabe eine gute / angenehme Aufgabe wird? Kannst Du etwas ändern?
  • angenehm / gut: kannst Du den Anteil dieser Aufgabe erhöhen oder besser verteilen, so dass Du immer wieder schöne Aufgaben erledigen kannst?
  • unangenehm / doof: hast Du Möglichkeiten, diese Aufgaben loszuwerden, den Anteil zu verringern oder anders aufzuteilen? Kannst Du Deinen persönlichen Umgang mit der Aufgabe vielleicht ändern?

Idealerweise machst Du diese Bewertung und Maßnahmenklärung gemeinsam mit Kolleg:innen, mit denen Du zusammen arbeitest. Vielleicht findest ihr heraus, dass jemand anderes eine Deiner doofen Aufgaben gut findet. Ihr könnt also Aufgaben im Team anders verteilen.

Maßnahmen-Ideen

Eine unvollständige Liste mit Ideen für mögliche Maßnahmen - als Inspiration:

  • Regeltermine erstellen für gute Aufgaben
  • Aufgaben mit Kolleg:innen tauschen
  • Regeltermine mit fester Agenda umbauen: nervige Agendapunkte reduzieren, verschieben oder entschärfen
  • gezielte Einzeltermine statt aufreibender Gruppentermine
  • Blöde Aufgaben mit Musik, Tee oder Achtsamkeitsübungen schöner gestalten
  • Automatische Antworten einrichten für Kommunikationskanäle, die stören
  • Feste Antwortzeitfenster einrichten
  • Aufgaben delegieren
  • Regeltermine auf andere Zeiträume verlegen, zu denen sie weniger Frust verursachen
  • Den Sinn von Aufgaben hinterfragen und dadurch loswerden oder ändern
  • Verantwortlichkeiten überprüfen: manchmal tut man Dinge, die man gar nicht tun müsste oder jemand anderes tun sollte
  • Termine sachlich hinterfragen: ist die eigene Teilnahme wirklich erforderlich?
  • Priorisieren, wo nützlich: kannst Du durch Priorisierung weniger Frust und mehr Lust erreichen?
  • Achtsamkeitsübungen durchführen: gerade bei Besprechungen, die nicht voran kommen, kannst Du achtsam sein und wahrnehmen: wie sprechen die Menschen, was tun sie, wenn sie nicht sprechen und welche Körpersignale nimmst Du wahr, wenn Du frsutriert bist? Was hörst Du noch? Was fühlst Du? Und wo? Verfolge Deinen Atem und nimm wahr, wie der Tee duftet und schmeckt.
  • Frage Dich, welche Vorteile diese frustrierende Aufgabe für Dich hat. Vielleicht ermöglichst sie Dir ein bewusstes Ausklinken aus der Erreichbarkeit?

Zusammenfassung

Der Frust verdient annehmende Wahrnehmung. Schau Dir an, was Dich frustriert. Welchen Anteil am Frust hat Deine persönliche Einstellung dazu und welchen Anteil die Aufgabe? Was kannst Du tun, damit aus einer doofen Aufgabe eine neutrale wird? Und was kannst Du tun, damit aus einer neutralen Aufgabe eine gute wird?

Die aktive Beschäftigung hilft dabei, den Frust zu reduzieren.

Als ich diese Übung mit einer Kollegin durchführte und wir gemeinsam unsere Aufgaben bewerteten und durchgingen, merkten wir sofort: da kann man doch was machen. Einen Teil der Aufagen mussten wir nur tauschen - was ihr keinen Spaß machte, machte mir Spaß - und umgekehrt.

Bei den meisten Aufgaben fielen uns Maßnahmen ein, wie wir diese so ändern können, dass sie nicht mehr so frustrierend sind. Auf alle Fälle schaffte dieses Vorgehen eine Verbundenheit und ein besseres Verständnis füreinander. Ich konnte Regeltermine einrichten für Aufgaben, die mir Spaß machen und die zu oft unter den Tisch fallen.

Und meine Kollegin auch.


Wie findest Du diese Idee? Wäre sie bei Dir umsetzbar? Schreibe mir: Kontakt


Dieser Beitrag basiert auf einer Idee von Lotte Bock aus ihrem Buch Achtsamkeit für Berufstätige. Danke für diese tolle Idee!

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